Was macht dir mehr Angst: Gefühle zeigen oder lieber lassen?

“ Es ist beängstigend sich zu öffnen und die eigenen Schwachpunkte zu zeigen. Aber viel schlimmer ist es , das nicht zu tun.“

Zitat aus dem Magazin FLOW

Was macht das mit dir? Und wie siehst du das mit dem Gefühle zeigen? Machts dir Angst? Oder bist du die die einfach los legt, alles rauslässt, zeigt wie du fühlst, es dir gerade geht?

 

Ich erzähle euch gerne mal ein bisschen dazu von mir, und warum ich erst gelernt habe mit meinen Gefühlen zu leben und was mich manchmal heute noch hemmt, sie zu zeigen und vor allem zu äußern:

Ich war als Kind so würde ich mich aus meiner Erinnerung beschreiben, ruhig, habe viel beobachtet, habe Reaktionen und Aktionen anderer beobachtet, war nicht impulsiv, sehr bedacht. Heisst, ich wollte mich erst absichern und vergewissern, was ich tue, was ich sagen will und wie. Ich war gerne im Hintergrund, nicht extrovertiert und machte mir vorher Gedanken, bevor ich vielleicht meine Meinung äusserte. Ich glaube ich war für meine Eltern und Lehrer und Freunde eine angenehme Begleitrerin.

Als ich dann in der ersten Beziehung steckte, unerfahren mit meinen Gefühlen und vor allem auch mit dem Umgang der anderen Gefühle, die mir entgegenprasselten, lief ich meistens weg, wollte mich nicht stellen und offenbaren.

In meiner Partnerschaft und Ehe lief es nicht anders, sobald ich versuchte meine Meinung zu äußern oder meine Gedanken zu teilen, und die damit verbundenen Gefühle, wurde ich unsicher oder mein Gegenüber verunsicherte mich mit Aussagen wie: was weißt du schon, du und dein Idealismus, du und dein immer Verstehen wollen, warum weinst du jetzt usw. Ich wurde immer kleiner, stiller, zog mich zurück und machte vieles immer mehr mit mir selbst aus. Ich wurde leer und kalt, ich wollte nicht verletzt werden.

Funktioniert natürlich nicht, das brauche ich euch nicht erzählen. Irgendwann platzt man, in Momenten die einfach alles angestaute ans Tageslicht holten. Man kann gegen Gefühle nichts tun, sie sind ein natürliches Verfahren zu verstehen, andere zu verstehen, Grenzen zu setzen, und helfen mit Situationen und Menschen umzugehen.

Ich bin heute noch immer eine Ruhige, Bedachte und Beobachtende, aber ich lasse mehr zu und lasse mich mehr auf mich ein. Ich lasse es zu Gefühle zu zeigen, meine Gefühle und ich spreche über sie.

Ohne Angst, Sorge vor Verletzung, oder nicht erkannt zu werden. Das ist meine Weiblichkeit, das ist mein Ich und ich lerne immer wieder dazu, mit mir und meinen Gefühlen umzugehen. Stillstand ist keine Option, ich verändere mich und nehme Dinge auch anders wahr als noch vor ein paar Jahren.

Und wenn man mal diese eine Gefühl hoch kommt, dass ich mich nicht ernst genommen fühle, bin ich trotzdem froh und stolz in diesem Moment, gesagt zu haben, wie es in mir vorging.

Und du? Was kannst du jetzt für dich mitnehmen? Was kannst du jetzt spüren? Und wie, und wo?

 

Schön wenn du offen bist für dich.

 

Bis bald

Deine Kirsten